Patientengespräche sind mehr als Anamnese, Informationssammlung oder freundliches Zuhören. Sie prägen, worauf Menschen ihren Blick richten: auf Probleme, auf Möglichkeiten, auf Fortschritte oder auf nächste Schritte.
In diesem Fachseminar lernst du, Gespräche klarer, lösungsorientierter und ressourcenbewusster zu führen — damit aus problemorientierten Gesprächen mehr Orientierung, Bewegung und Handlungsspielraum entstehen kann.
FORMAT
Hybrid: live online oder Präsenz in Dresden
UMFANG
5 Module à 1 Seminartag
insgesamt 5 Seminartage
TERMINE
11.10.2026, 15.11.2026, 13.12.2026, 2 Module in 2027 · Termine folgen
STATUS
Anmeldung möglich
TEILNAHMEGEBÜHR
BDN/BDHN: 5 x 139,50 €
Extern: 5 x 148,50 €
Viele Patientinnen und Patienten kommen in die Praxis mit einem starken Fokus auf das, was nicht funktioniert: Schmerzen, Schlafstörungen, Beschwerden, Erschöpfung, Unsicherheit oder wiederkehrende Probleme.
Das ist verständlich. Aber wenn Gespräche dauerhaft um Probleme kreisen, entsteht selten Bewegung. Manchmal werden sogar Verbesserungen übersehen, weil der Blick so stark auf das gerichtet bleibt, was noch nicht gut ist.
Problemorientierte Gespräche sind nicht nur für Patientinnen und Patienten wenig beweglich. Sie können auch für Behandler enorm ermüdend werden. Wenn Gespräche immer wieder um das kreisen, was nicht funktioniert, entsteht schnell das Gefühl, dass Kommunikation zäh wird und Energie zieht.
Genau hier beginnt lösungsorientierte Gesprächsführung. Sie hilft, solche beschwerlichen Kommunikationsmuster früher zu erkennen und anders zu führen: weg von der reinen Problembeschreibung, hin zu Ressourcen, Handlungsspielräumen, Entwicklungsmöglichkeiten und der Frage, was stattdessen entstehen soll.
Denn ein therapeutisches Gespräch ist nicht nur Informationssammlung. Es kann Orientierung schaffen, Wahrnehmung verändern und Veränderungsprozesse unterstützen.
Für mich ist Gesprächsführung deshalb kein nettes Beiwerk zur Therapie. Sie prägt, wie Menschen ihre Beschwerden, ihre Möglichkeiten und ihre nächsten Schritte wahrnehmen.
Als Basiskurs des Fachpfades „Therapeutische Begleitung & Kommunikation” vermittelt dieses Seminar die Grundlagen einer Gesprächsführung, die Orientierung schafft, Eigenverantwortung stärkt und therapeutische Prozesse bewusst begleitet.
Problemfokus erkennen und wenden
Du lernst, wann Gespräche sich im Problemkreis drehen — und wie du den Blick auf Ressourcen, Ausnahmen, Fortschritte und nächste Schritte lenkst. So können Gespräche klarer, beweglicher und weniger beschwerlich werden.
Den Fokus auf das gewünschte Ergebnis richten
Du übst, nicht nur nach Beschwerden zu fragen, sondern auch danach, was stattdessen entstehen soll: mehr Ruhe, mehr Handlungsspielraum, mehr Orientierung oder ein anderer Umgang mit Belastung.
Rollenangebote im Gespräch erkennen
Du lernst, typische Gesprächsdynamiken bewusster wahrzunehmen: Rettungsdruck, Rechtfertigungsimpulse, Konfliktvermeidung oder das Gefühl, Verantwortung übernehmen zu müssen.
Deine eigene Gesprächshaltung reflektieren
Du schaust auf deine eigenen Kommunikationsmuster: Wo reagierst du automatisch? Wo machst du dich klein? Wo erklärst du zu viel? Und aus welcher inneren Haltung heraus sprichst du gerade?
In diesem Fachseminar beschäftigen wir uns unter anderem mit:
• Grundlagen lösungsorientierter Gesprächsführung nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg
• Dynamiken problemorientierter Kommunikation erkennen
• Problemtrance, Rettungsdruck und Rechtfertigungsimpulsen
• Ressourcen, Ausnahmen und Fortschritte sichtbar machen
• Fragetechniken, die neue Perspektiven eröffnen
• Gesprächsführung mit leichtem Gepäck
• stärkendem, ressourcenorientierten Feedback
• therapeutischer Haltung und Selbstreflexion
• eigenen Kommunikationsmustern
• Gesprächsdynamiken analysieren und praktisch üben
• Reflexion, Austausch und Q&A zwischen den Modulen
Dieser Kurs ist geeignet für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, Heilpraktikeranwärterinnen und Heilpraktikeranwärter sowie therapeutisch arbeitende Menschen, die Gespräche nicht nur irgendwie mitlaufen lassen möchten.
Er passt besonders für dich, wenn Patientengespräche manchmal anstrengend, kreisend oder schwer steuerbar werden — oder wenn du lernen möchtest, klarer zu fragen, präsenter zu führen und den Blick stärker auf Ressourcen, Möglichkeiten und nächste Schritte zu lenken.
Du brauchst keine Coaching-Ausbildung. Wichtig ist die Bereitschaft, deine eigene Gesprächsführung zu reflektieren und praktisch zu üben.
Termine:
11.10.2026, 15.11.2026, 13.12.2026, 2 Module in 2027 · Termine folgen
Zeiten:
jeweils 9 bis 17 Uhr
Format:
Hybrid: live online oder Präsenz
Ort bei Präsenzteilnahme:
Lehrpraxis Heilpraktikerschule
Nürnberger Straße 39
01187 Dresden
Umfang:
5 Module à 1 Seminartag, insgesamt 5 Seminartage
Teilnahmegebühr:
BDN/BDHN: 5 x 139,50 €, gesamt 697,50 €
Extern: 5 x 148,50 €, gesamt 742,50 €
Die Abrechnung erfolgt modulweise.
Vielleicht verbindest du lösungsorientierte Gesprächsführung zunächst vor allem mit Fragetechniken und Gesprächsstrukturen. Diese gehören selbstverständlich dazu. Entscheidend ist jedoch, aus welcher inneren Haltung heraus du ein Gespräch führst. Therapeutische Gespräche entstehen nie im luftleeren Raum. Auch wir als Behandelnde bringen Erfahrungen, Bewertungen, Glaubenssätze und innere Landkarten mit. Das Ziel ist nicht, vollkommen objektiv oder neutral zu werden. Das wäre unrealistisch. Aber wir können lernen, bewusster wahrzunehmen, wann wir wirklich beim Gegenüber sind — und wann gerade unsere eigenen Vorstellungen, Lösungsimpulse oder Bewertungen mitsprechen.
Eine meiner wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang lautet:
Wer spricht hier gerade?
Diese Frage hat auch meine eigene Praxis verändert.
Lange bin ich nach Praxistagen häufig gleichzeitig zufrieden und erschöpft nach Hause gegangen: zufrieden, weil ich gute Arbeit geleistet hatte, und erschöpft, weil mir in vielen Gesprächen Verantwortung zugeschoben wurde, die nicht meine war. Irgendwann habe ich begonnen, die Spielregeln konsequenter zu verändern und Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört. Einige Patientinnen und Patienten haben sich daraufhin verabschiedet. Es waren vor allem diejenigen, deren Gespräche zuvor besonders viel Kraft gebunden hatten. Gleichzeitig wurde meine Arbeit wieder leichter, klarer und deutlich freudvoller.
Diese Erfahrung hat mir noch einmal gezeigt: Gute therapeutische Begleitung bedeutet nicht, Verantwortung zu übernehmen. Sie bedeutet, Menschen so zu begleiten, dass sie ihre eigene Verantwortung wieder wahrnehmen können. Genau diese Haltung möchte ich in diesem Kurs vermitteln.
Denn beschwerliche Kommunikationsmuster entstehen selten zufällig. Sie entstehen oft dort, wo Patientinnen und Patienten Verantwortung abgeben, uns auf einen Rettungsplatz stellen oder uns in Rechtfertigung, Vielerklären oder Konfliktvermeidung ziehen. Wenn du diese Dynamiken früher erkennst, kannst du anders führen. Nicht härter. Nicht distanzierter. Sondern klarer. Und genau dadurch kann Kommunikation in der Praxis spürbar leichter werden.
In diesem Kurs geht es deshalb nicht nur um Kommunikationstechniken, sondern auch um therapeutische Selbstführung. Wir schauen darauf, wie du Gesprächsdynamiken erkennst, ohne sie persönlich zu nehmen — und wie du klar, zugewandt und fachlich präsent bleibst, ohne zu retten, dich kleinzumachen, dich zu rechtfertigen oder in Konfliktvermeidung zu rutschen.
Nicht als Kommunikationstheorie für die Schublade.
Sondern als praktische Schulung für Gespräche, die Orientierung schaffen und Bewegung ermöglichen.
Sprechen, das bewegt ist der Basiskurs des Fachpfades „Therapeutische Begleitung & Kommunikation”. Er vermittelt die Grundlagen einer lösungsorientierten Gesprächsführung und therapeutischen Haltung.
Querverbindungen bestehen zu:
• Potenzialorientierter Aufstellungsarbeit
• Bach-Blütentherapie
• Roter Faden
Fachpfade Heilpraktiker
Vom Einzelwissen zum roten Faden
in der Praxis.
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