Aus- und Ableitungsverfahren gehören zu den klassischen Grundlagen der Traditionellen Europäischen Medizin. Sie arbeiten mit Reizen, Entlastung, Regulation und der Frage, wie der Organismus wieder besser in Bewegung kommen kann.
In diesem Präsenzseminar lernst du bewährte Verfahren wie Aderlass, Schröpfen, Baunscheidtieren und Blutegeltherapie fachlich einzuordnen und praktisch kennenzulernen.
Dabei geht es nicht darum, alte Verfahren einfach unverändert zu übernehmen. Entscheidend ist, sie heute differenziert zu denken: mit Blick auf vegetative Regulation, Energiebasis, Immunsystem, Darm, Mikrobiom und die Frage, ob ein Mensch überhaupt genug Kraft hat, auf einen therapeutischen Reiz sinnvoll zu antworten.
FORMAT
Präsenzseminar in Dresden
UMFANG
2 Module à 2 Seminartage
insgesamt 4 Seminartage
TERMINE
28./29.08.2027, 25./26.09.2027
STATUS
Anmeldung möglich
TEILNAHMEGEBÜHR
BDN/BDHN: 2 x 279 €
Extern: 2 x 297 €
zzgl. 60 € Material
Aus- und Ableitungsverfahren haben eine lange Tradition. Aderlass, Schröpfen, Blutegeltherapie, Baunscheidtieren und andere Verfahren wurden über Jahrhunderte genutzt, um den Organismus zu entlasten, Reize zu setzen und Regulation anzuregen.
Aber traditionelle Verfahren brauchen heute eine moderne Einordnung. Viele klassische Konzepte entstanden in einer Zeit, in der Fragen nach Erschöpfung, vegetative Überlastung oder eingeschränkter Regulationsfähigkeit noch anders betrachtet wurden. In der heutigen Praxis sehen wir jedoch häufig Menschen, die erschöpft, vegetativ überlastet, entzündlich aktiviert oder in ihrer Regulationsfähigkeit eingeschränkt sind.
Dann genügt es nicht, einfach aus- oder abzuleiten. Manchmal braucht der Körper zuerst Aufbau, Stabilisierung, Substitution, Stressregulation oder eine bessere Energiebasis, bevor aus- oder ableitende Verfahren sinnvoll eingesetzt werden können.
Genau diese Unterscheidung ist therapeutisch entscheidend.
In diesem Seminar betrachten wir Aus- und Ableitungsverfahren deshalb nicht als starres Traditionspaket, sondern als Teil eines größeren therapeutischen Zusammenhangs: zwischen Traditioneller Europäischer Medizin, vegetativem Nervensystem, Immunsystem, Darm, Mikrobiom und moderner naturheilkundlicher Praxis.
Aus- und Ableitung fachlich einordnen
Du lernst die historischen und theoretischen Grundlagen der Aus- und Ableitungsverfahren kennen — von der antiken Säftelehre bis zu modernen Regulationskonzepten.
Regulation und Energiebasis mitdenken
Du verstehst, warum aus- und ableitende Verfahren nicht bei jedem Menschen zum gleichen Zeitpunkt sinnvoll sind und warum Erschöpfung, vegetative Überlastung und Regulationsfähigkeit therapeutisch mitgedacht werden müssen.
Verfahren praktisch kennenlernen
Du beschäftigst dich mit klassischen Verfahren wie Aderlass, Schröpfen, Baunscheidtieren, Ohrkerzenbehandlung und Blutegeltherapie — einschließlich Indikationen, Kontraindikationen und praktischer Anwendung.
Grenzen und Voraussetzungen sicher unterscheiden
Du lernst, welche Verfahren nicht-invasiv möglich sind, wo invasive Techniken beginnen und welche fachlichen Voraussetzungen für die praktische Anwendung erforderlich sind.
In diesem Fachseminar beschäftigen wir uns unter anderem mit:
• Geschichte und Entwicklung der Aus- und Ableitungsverfahren
• Grundlagen der Traditionellen Europäischen Medizin
• antiker Säftelehre und klassischen Ausleitungskonzepten
• Aschner-Verfahren und traditionellen Reiztherapien
• Grundregulation nach Pischinger
• Konstitutionsdiagnostik und individueller Behandlungsplanung
• Ausleitung über Haut, Blut, Lymphe und Organsysteme
• vegetativer Regulation und therapeutischer Reizantwort
• Energiebasis, Erschöpfung und Belastbarkeit
• Immunsystem, Entzündung und Darmbezug
• Indikationen, Kontraindikationen und Risiken
• rechtlichen Grundlagen invasiver Verfahren
• Aderlass
• Schröpfen, blutig und unblutig
• Baunscheidtieren
• Ohrkerzenbehandlung
• Blutegeltherapie
• praktischer Anwendung und Selbsterfahrung
• verantwortungsvoller Integration in die heilpraktische Praxis
Dieses Präsenzseminar richtet sich an Menschen, die Aus- und Ableitungsverfahren fachlich fundiert, praktisch und verantwortungsvoll kennenlernen möchten.
Der nicht-invasive Teil ist auch für Teilnehmer geeignet, die sich für traditionelle naturheilkundliche Verfahren interessieren und diese fachlich besser verstehen möchten.
Für angehende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bietet der Kurs eine besonders wertvolle Grundlage, um klassische Verfahren der Traditionellen Europäischen Medizin therapeutisch einzuordnen und mit moderner Regulationsmedizin zu verbinden.
Für invasive praktische Anteile gelten klare Zugangsvoraussetzungen. Wer invasiv arbeiten möchte, muss eine entsprechende fachliche Grundlage nachweisen können, insbesondere Hygiene, Injektionslehre/Injektionskurs sowie Notfall/Erste Hilfe.Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt oder nicht auf dem Weg zur Heilpraktikererlaubnis ist, kann nicht invasiv arbeiten, aber am nicht-invasiven Teil teilnehmen.
Termine:
28./29.08.2027, 25./26.09.2027
Zeiten:
jeweils 9 bis 17 Uhr
Format:
Präsenzseminar
Ort:
Lehrpraxis Heilpraktikerschule
Nürnberger Straße 39
01187 Dresden
Umfang:
2 Module à 2 Seminartage, insgesamt 4 Seminartage
Teilnahmegebühr:
BDN/BDHN: 2 x 279 €, gesamt 558 €
Extern: 2 x 297 €, gesamt 594 €
jeweils zzgl. 60 € Verbrauchsmaterial
Die Abrechnung erfolgt modulweise.
Zugangsvoraussetzungen für invasive Praxisanteile:
Hygiene · Injektionslehre/Injektionskurs · Notfall/Erste Hilfe
Aus- und Ableitungsverfahren sind meine therapeutische Homebase. Mit diesen Verfahren und der Traditionellen Europäischen Medizin habe ich vor vielen Jahren begonnen, naturheilkundlich in der Praxis zu arbeiten. Aderlass, Schröpfen, Baunscheidtieren, Blutegeltherapie und andere aus- und ableitende Verfahren gehören bis heute zu den klassischen Grundlagen meiner therapeutischen Arbeit.
Gleichzeitig hat sich mein Blick darauf verändert. Aus- und Ableitung ist nicht immer der erste Schritt – und nicht für jeden Menschen in jeder Situation sinnvoll. Wenn jemand erschöpft ist, vegetativ überlastet, entzündlich aktiviert oder in seiner Energiebasis instabil, braucht der Körper möglicherweise zuerst etwas anderes: Aufbau, Substitution, Stabilisierung, Stressregulation oder eine bessere Grundlage, um überhaupt sinnvoll auf einen therapeutischen Reiz antworten zu können.
Deshalb unterrichte ich Aus- und Ableitung heute nicht als isolierte Methodensammlung. Ich verbinde traditionelle Verfahren mit moderner Regulationslogik:
Was braucht dieser Mensch gerade?
Was kann der Körper leisten?
Wo ist Entlastung sinnvoll?
Wo braucht es vorher Aufbau?
Und welcher Reiz ist angemessen?
Ein wichtiger Bestandteil dieses Kurses ist außerdem die Selbsterfahrung. Gerade bei Verfahren wie der Blutegeltherapie ist es etwas anderes, nur theoretisch darüber zu sprechen — oder selbst zu erleben, wie sich ein Blutegel auf der Haut anfühlt. Wer später mit Menschen arbeitet, sollte wissen, was er oder sie anleitet, erklärt und begleitet.
Nicht als Mutprobe.
Sondern als fachliche und therapeutische Bodenhaftung.
In diesem Kurs geht es darum, traditionelle Verfahren neu einzuordnen: traditionell verwurzelt, praktisch erfahrbar und therapeutisch verantwortungsvoll.
Aus- und Ableitungsverfahren ist Teil des Fachpfades Traditionelle Europäische Medizin.
Aus- und Ableitungsverfahren baut auf dem therapeutischen Grundverständnis des Basiskurses Spagyrik auf und führt es in die praktische Arbeit mit traditionellen Reiz- und Entlastungsverfahren weiter: Welche Methode passt zu diesem Menschen? Ist sein Organismus bereit für einen therapeutischen Impuls? Und braucht es gerade Entlastung – oder zunächst Aufbau und Stabilisierung?
Querverbindungen bestehen zu:
• Vegetative Regulation & Energie
• Immunsystem
• Darm- und Mikrobiom-Therapie
• Störfeldtherapie und Narbenbehandlung
• Fastenleiter-Ausbildung
• Spagyrik
• Anamnese, Befundung und Labor
Fachpfade Heilpraktiker
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