Fachpfad: Therapeutische Begleitung & Kommunikation

Potenzialorientierte Aufstellungsarbeit

Mit inneren Persönlichkeitsanteilen arbeiten und nicht gelebte Potenziale wieder zugänglich machen

Manche Menschen wissen genau, was sie eigentlich möchten – und handeln trotzdem immer wieder anders. Sie machen sich kleiner, als sie sind. Sie vermeiden Entscheidungen, obwohl sie grundsätzlich entscheidungsfähig sind. Sie passen sich an, obwohl Eigenständigkeit, Mut oder Klarheit längst in ihnen angelegt sind.

Oft fehlen diese Fähigkeiten nicht.
Sie kommen im Leben des Menschen nur nicht mehr ausreichend vor.

In diesem Fachseminar lernst du eine potenzialorientierte Form der systemischen Einzelaufstellung kennen. Dabei geht es nicht darum, ausschließlich Probleme und vergangene Belastungen zu bearbeiten. Im Mittelpunkt steht die Frage:

Welche Persönlichkeitsanteile und Potenziale sind bereits vorhanden – bekommen aber im Leben dieses Menschen noch zu wenig Raum?

Als Landkarte nutzen wir Parts Party nach Virginia Satir und archetypische Persönlichkeitsmuster nach C. G. Jung. Die eigentliche Arbeit findet in einer bildhaften inneren Prozessarbeit statt, in der die Klientin oder der Klient eigene innere Bilder entwickelt.

FORMAT
Präsenz in Dresden

UMFANG
4 Seminartage am Stück

TERMINE
08. bis 11.02.2027

STATUS
Anmeldung möglich

TEILNAHMEGEBÜHR
BDN/BDHN: 558 €
Extern: 594 €
zzgl. 27 € Material
Ratenzahlung möglich.

Warum potenzialorientierte Aufstellungsarbeit?

Viele therapeutische und beratende Ansätze richten den Blick zunächst auf das Problem:

Was blockiert?
Was belastet?
Was muss aufgelöst werden?

Diese Fragen können wichtig sein. Aber sie greifen zu kurz, wenn nach dem Lösen eines Problems keine neue innere Ausrichtung entsteht.

Denn wenn lediglich etwas wegfällt, entsteht zunächst ein freier Raum. Und dieser Raum füllt sich nicht automatisch mit etwas Neuem. Häufig greifen Menschen stattdessen erneut auf bekannte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zurück.

Potenzialorientierte Aufstellungsarbeit fragt deshalb nicht nur:

Was soll nicht mehr sein? Sondern vor allem:

Was soll stattdessen mehr Raum bekommen?

Welche Fähigkeiten, Eigenschaften und Persönlichkeitsanteile sind bereits angelegt?
Welche davon werden bisher nur gedimmt, widersprüchlich oder gar nicht gelebt?
Und was verändert sich, wenn diese Anteile wieder stärker in die Gesamtpersönlichkeit integriert werden?

Was du in diesem Fachseminar lernst

Nicht gelebte Potenziale wahrnehmen
Du lernst, den Blick nicht nur auf Probleme, Defizite oder Blockaden zu richten, sondern auf Fähigkeiten und Persönlichkeitsanteile, die im Leben eines Menschen zu wenig vorkommen.

Archetypische Muster als Landkarte nutzen
Du beschäftigst dich mit archetypischen Persönlichkeitsmustern nach C. G. Jung und mit Virginia Satir. Sie dienen als Sprache und Orientierung, um unterschiedliche Potenziale, Rollen und innere Anteile greifbar zu machen.

Potenzialorientierte Einzelaufstellungen begleiten
Du lernst den Aufbau und die Begleitung einer systemischen Einzelaufstellung im inneren Vorstellungsraum. Dabei entstehen die Bilder bei der Klientin oder dem Klienten selbst. Du stößt den Prozess mit Fragen und klaren Impulsen an, ohne Inhalte vorzugeben oder fertige Lösungen zu interpretieren.

Die Methode selbst erfahren und anwenden
Du arbeitest mehrfach in wechselnden Zweier-Konstellationen – sowohl als begleitende Person als auch mit eigenen Themen. Jede Arbeit wird anschließend gemeinsam reflektiert und fachlich ausgewertet.

Kursinhalte im Überblick

In diesem Fachseminar beschäftigen wir uns unter anderem mit:

• Grundlagen potenzialorientierter systemischer Arbeit
• Einführung in systemische Aufstellungsarbeit
• Unterschieden zwischen Problem-, Vergangenheits- und Potenzialorientierung
• archetypischen Persönlichkeitsmustern nach C. G. Jung
• Virginia Satir und der Arbeit mit inneren Anteilen
• „Parts Party“ als Modell innerer Vielfalt
• Potenzialen, Fähigkeiten und typischen Verhaltensmustern
• nicht gelebten, gedimmten oder widersprüchlich gelebten Persönlichkeitsanteilen
• Glaubenssätzen und deren Einfluss auf vorhandene Potenziale
• Aufbau einer potenzialorientierten Einzelaufstellung
• Arbeit mit inneren Bildern und symbolischen Repräsentationen
• hilfreichen Fragen und Prozessimpulsen
• Begleitung ohne Deutung oder vorgefertigter Lösung
• Integration neuer innerer Erfahrungen
• praktischer Arbeit in wechselnden Zweiergruppen
• Selbsterfahrung mit eigenen Themen
• gemeinsamer Reflexion und fachlicher Auswertung

Für wen ist der Kurs geeignet?

Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die andere professionell begleiten, zum Beispiel:

• Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker
• Therapeutinnen und Therapeuten
• Beraterinnen und Berater
• Coaches
• Menschen aus psychosozialen, pädagogischen oder begleitenden Berufen

Der Kurs passt besonders für dich, wenn du deine Arbeit um eine erlebnisorientierte und ressourcenfokussierte Methode erweitern möchtest.

Er eignet sich auch, wenn du merkst, dass reine Problembearbeitung manchmal nicht weit genug führt – und du stärker damit arbeiten möchtest, was in einem Menschen bereits vorhanden, aber noch nicht ausreichend zugänglich ist.

Vorkenntnisse in systemischer Aufstellungsarbeit sind nicht erforderlich.

Wichtig ist die Bereitschaft, die Methode nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern sie auch selbst zu erleben, anzuwenden und zu reflektieren.

Termine & Teilnahmegebühr

Termine:
08. bis 11.02.2027

Zeiten:
jeweils 9 bis 17 Uhr

Format:
Präsenz

Ort:
Lehrpraxis Heilpraktikerschule
Nürnberger Straße 39
01187 Dresden

Umfang:
4 Seminartage am Stück

Teilnahmegebühr:
BDN/BDHN: 558 €
Extern: 594 €
jeweils zzgl. 27 € Material
Ratenzahlung ist nach Absprache möglich.

Was diesen Kurs besonders macht

Systemische Aufstellungsarbeit wird häufig eingesetzt, um belastende Erfahrungen, Konflikte oder Blockaden sichtbar zu machen.

In diesem Seminar verschieben wir den Fokus. Wir fragen nicht nur:
Was soll weg?

Wir fragen:
Was soll stattdessen wieder lebendig werden?

Denn wenn wir ausschließlich etwas lösen, entsteht zunächst ein Vakuum. Ohne eine neue innere Ausrichtung greifen Menschen leicht wieder auf alte, vertraute Muster zurück.

Deshalb richtet sich die Arbeit bewusst auf Fähigkeiten und Persönlichkeitsanteile, die bereits im Menschen angelegt sind.

Nicht die begleitende Person entscheidet, welche Bilder oder Lösungen entstehen sollen. Die inneren Bilder entwickeln sich im Prozess der Klientin oder des Klienten selbst. Die Aufgabe der Begleitung besteht darin, aufmerksam wahrzunehmen, gezielt anzustoßen und den Raum offen zu halten.

Ich gebe die Bilder nicht vor. Sie entstehen im Menschen selbst.

Dadurch bleibt die Arbeit konsequent bei der Person und ihren eigenen inneren Möglichkeiten.

Nicht als fertige Deutung von außen.
Sondern als Einladung, wieder Zugang zu dem zu bekommen, was längst vorhanden ist.

Häufige Fragen zum Fachseminar

Brauche ich Vorkenntnisse in systemischer Aufstellungsarbeit?

Nein. Die methodischen Grundlagen werden im Seminar vermittelt.

Der Kurs ist ausgesprochen praxisorientiert. Nach der theoretischen Einführung arbeitest du mehrfach in wechselnden Zweierkonstellationen und lernst die Methode sowohl aus der Perspektive der begleitenden Person als auch aus der Perspektive der Klientin oder des Klienten kennen.

Die Selbsterfahrung ist ein wesentlicher Bestandteil des Seminars. Du entscheidest jedoch selbst, welches Thema du einbringen möchtest und wie persönlich du damit arbeiten möchtest.

Nein. Gearbeitet wird mit einer systemischen Einzelaufstellung im inneren Vorstellungsraum. Die Bilder und Symbole entstehen bei der jeweiligen Person selbst.

Die Arbeit kann bildhaft und intensiv erlebt werden, ist jedoch keine klassische geführte Hypnose. Die begleitende Person gibt keine fertigen Bilder oder Szenen vor, sondern unterstützt den individuellen inneren Prozess.

Du erhältst eine fundierte Einführung und übst die Methode mehrfach praktisch. Wie du sie anschließend in deinem beruflichen Kontext einsetzt, hängt von deiner Qualifikation, deinem Tätigkeitsfeld und den jeweils geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Ja, für die Teilnahme erhältst du eine Teilnahmebescheinigung.

Hinweis: Dieser Kurs ist auch im Kursverzeichnis der DAHP gelistet.
Kurseintrag auf dahp.eu ansehen

Dieser Kurs gehört zum Fachpfad Therapeutische Begleitung & Kommunikation

Potenzialorientierte Aufstellungsarbeit ist Teil des Fachpfades Therapeutische Begleitung & Kommunikation.

Potenzialorientierte Aufstellungsarbeit baut auf dem Basiskurs Sprechen, das bewegt auf und vertieft dessen ressourcen- und lösungsorientierte Haltung durch eine erlebnisorientierte Methode der Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen. Dabei geht es nicht darum, Lösungen vorzugeben, sondern Menschen dabei zu begleiten, eigene Potenziale wieder zugänglich zu machen.

Querverbindungen bestehen zu:
• Sprechen, das bewegt
• Bach-Blütentherapie

→ Fachpfad Therapeutische Begleitung & Kommunikation ansehen

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